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VENTURE CAPITAL MAGAZIN

"Wir müssen das Internet of Things zu einer Decarbonisation of Everything erweitern"

Interview mit Dr. Christoph Haimberger im Venture Capital Magazin mit dem Schwerpunkt "Investmenttrends 2022".

VC Magazin: Welche Startups haben Sie im abgelaufenen Jahr 2021 besonders beeindruckt?

Haimberger: Wir sehen viele Startups und haben eine volle Deal-Pipeline mit innovativen Unternehmen und ambitionierten Gründerteams. Die besten dieser Startups beeindrucken uns so nachhaltig, dass wir auch investieren, was der aws Gründerfonds zwischenzeitlich 39mal gemacht hat. Diese selektive Auswahl schafft die Grundlage für die nächsten Unicorns und Soonicorns. Die Soonicorn Schwelle haben im Jahr 2021 unsere Portfoliofirmen Adverity und PlanRadar überschritten. Beides digitale Challenger: Adverity betreibt eine intelligente Marketing-Analyseplattform für Kunden wie Red Bull sowie globale Mediaagenturen. PlanRadar ist mit seiner Property Tech Lösung gerade im globalen Roll-out. Aber auch von unseren Deal Flow-Firmen haben uns fünf Startups so überzeugt, dass wir gegenwärtig intensive Investitionsgespräche mit ihnen führen. 

VC Magazin: Welche Technologietrends sehen Sie für das Jahr 2022?

Haimberger: Die Querschnittsmaterie Digitalisierung & Umwelttechnologie ist der Unicorn-Nährboden von morgen. In diesen Bereichen sehen wir großes Marktpotenzial im Jahr 2022 und darüber hinaus. Um bis 2050 CO2 neutral zu werden, müssen wir das Internet-of-Things zu einem Decarbonise-of-Everything erweitern. Das erfordert hohe Investments und viel Innovation.

Der Klimawandel schafft Geschäftschancen in nahezu allen Sektoren und ist der neue horizontale Investmentbereich für den aws Gründerfonds. Gerade Österreich war bei Umwelttechnologien schon immer Vorreiter bei Forschung & Entwicklung. Diesen Climate Tech Champions helfen wir nun beim Sprung in die Skalierung. So werden mehr Green Unicorns wie Tesla heranwachsen und wir wollen unseren Beitrag dazu leisten. 

VC Magazin: Fürchten Sie weitere Beeinträchtigungen durch Corona?

Haimberger: Lieferkettenengpässe und Beeinträchtigungen halten an, aber gerade Startup Gründer sind flexibel genug, um aus diesen Beeinträchtigungen neue Lösungen und Denkweisen zu schaffen. Wer hätte noch vor einigen Jahren geglaubt, dass ein so rascher Umstieg auf digitale Arbeitswelten funktioniert, die zwischenzeitlich ein Produktivitätstreiber sind und die Globalisierung vereinfachen. Eine Chance, die es jetzt zu nutzen gilt.

VC Magazin: Wie würden Sie die österreichischen Startups im europäischen Kontext einordnen?

Haimberger: Österreichische Startups sind im europäischen Kontext meist unterkapitalisiert und brauchen somit länger, um ihre Technologie außerhalb von Österreich zu vermarkten. Geschwindigkeit ist aber ein wichtiger Faktor, um Investoren zu überzeugen. Daher bringen wir bereits frühzeitig unser Co-Investorennetzwerk von über 230 VC-Fonds mit unseren Startups zusammen und steigern deren Aufmerksamkeit für Innovationsperlen, die wir in Österreich identifiziert haben. 

VC Magazin: Sie haben kürzlich die Geschicke des aws Gründerfonds übernommen. Wie planen Sie den Fonds in Zukunft auszurichten?

Haimberger: Wir gehen nun stärker auf die Industrie und den Mittelstand zu, um unser Netzwerk aus Kapitalpartnern zu erweitern und führen ESG ein. Partner mit Interesse an Umwelttechnologien & Digitalisierung sind willkommen. Wir laden dazu Innovationsabteilungen und Corporate Venture Capital Bereiche ein, mit uns die "time-to-market" für Startups zu beschleunigen und Chancen zu nutzen. Wir verfügen hierzu über Kapital, innovative Startups und ein professionelles Team, das sich über jede Kontaktaufnahme freut.  

Dieser Beitrag ist in der Print-Ausgabe 8/2021 vom 10.12.2021 des Venture Capital Magazins erschienen. 
 

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